Anonym und depressiv in Berlin und anderen Großstädten

Die Anonymität in Großstädten hat seine Vor- und seine Nachteile. Zwar lebt man oft sein eigenes Leben und man ist nicht ansatzweise so dem Tratsch ausgesetzt wie in einem kleinen Ort, jedoch werden in kleineren Gruppen Krankheiten schneller erkannt. Rund 15 % erkranken an Depressionen und oftmals bleibt die Krankheit für andere unentdeckt. Wer depressiv in Berlin lebt, lebt damit oft anonymer als es jemand in einem kleinen Ort tun kann.

Ist jemand bereits schon seit längerer Zeit depressiv, bietet Berlin jedoch in der Regel bessere Behandlungsmöglichkeiten. Dort haben die Bürger mehr Auswahl, als sie ein Bürger vom Land hat. Auch sind die Fachärzte untereinander vernetzt und können so gegebenenfalls an einen anderen Kollegen verweisen. In der Hauptstadt reiht sich eine Fachklinik an die nächste, was Fragen aufwirft. Schließlich wirkt es schon komisch, wenn besonders Leute in der Großstadt an Depressionen leiden.

Wird man also schneller depressiv in Berlin als in Rosenheim oder Neumünster? Das lässt sich so nicht einfach sagen. Die Ursachen für eine Depression sind bisher nur ansatzweise erforscht und oftmals tippen die Ärzte im Dunkeln, wie die psychische Erkrankung entsteht. Was aber feststeht ist, dass immer mehr Menschen an Depressionen erkranken. Auch die Ursachen hierfür sind noch weitestgehend unklar.

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